Pressemitteilungen

Kreishandwerkerschaft mit CDU-Politik im Dialog

- MdB Grotelüschen und MdL Bley zu Gast im Haus des Handwerks -

vom 07.09.2018

Die CDU-Bundestagsabgeordnete, Astrid Grotelüschen, und der CDU-Landtagsabgeordnete, Karlheinz Bley, waren Anfang dieser Woche zu Besuch im Haus des Handwerks in Delmenhorst.

Vertreter der Kreishandwerkerschaft diskutierten mit den beiden Politikern über die Themen Fachkräftemangel, Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Berufen, Mindestausbildungsvergütung, Lkw-Maut, wohnortnahe Beschulung für Auszubildende, Energiewende und Arbeiten im Freien bei Hitze.

Dass das Handwerk händeringend Fachkräfte sucht ist ja hinlänglich bekannt. Geschäftsführer Hartmut Günnemann: „Wir müssen aber noch mehr in den Fokus rücken, dass unsere Mitgliedsunternehmen in der Regel volle Auftragsbücher haben und Kunden längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen weil den Unternehmen schlicht das Personal fehlt, um diese Aufträge abzuarbeiten.“

„Die hohe Studierneigung bei gleichzeitig weniger Schulabgängern pro Jahrgang habe dazu geführt, dass es mittlerweile einen Wettbewerb um jeden Jugendlichen gebe. Vor zehn Jahren haben wir noch etwa zwei Drittel der Jugendlichen in die Ausbildung bekommen, ein Drittel ging ins Studium. Das war ein sehr ausgewogenes Verhältnis, um unsere Wirtschaft insgesamt am Laufen zu halten. Diese Balance ist weg, deshalb brauchen wir an dieser Stelle eine Bildungsumkehr", so der stellvertretende Kreishandwerksmeister, Jörg Kruse.

Astrid Grotelüschen und Ihr Kollege Karlheinz Bley stimmten zu, dass die Entscheidung zur Abschaffung der Meisterpflicht in einigen Berufen des Handwerks revidiert werden müsse, da mittlerweile klargestellt werden konnte, dass diese Entscheidung volkswirtschaftlich nicht richtig war. Astrid Grotelüschen wies in diesem Zusammenhang hin, dass sie die jüngst angestoßene Diskussion begrüße, dabei aber die europarechtlichen und –politischen Bedingungen beachtet werden müssten.

Der neue stellvertretende und zukünftige Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Carsten Bleckwenn, kritisierte die Pläne zur Einführung einer Mindestausbildungsvergütung. Diese Maßnahme ist nach  seinen Worten ebenso unnötig wie tarifpolitisch gefährlich.

Die autonome Festsetzung passgenauer und ausgewogener Ausbildungsvergütungen durch die Sozialpartner auf tarifvertraglicher Basis sollte weiter Vorrang haben und nicht durch die Festschreibung einer gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung ohne Rücksicht auf die jeweilige Branche und Region eingeschränkt werden.

Außerdem dürfen – wie es häufig der Fall ist - Ausbildungsvergütung und Lohn nicht in einen Topf geworfen und verwechselt werden, denn eine Ausbildungsvergütung ist kein Lohn oder Gehalt, sondern dabei handelt es sich um einen Zuschuss zum Lebensunterhalt.

Carsten Wichmann, Obermeister der Tischler-Innung und beratendes Mitglied im Vorstand in diesem Zusammenhang: „Die Höhe der Ausbildungsvergütungen spiegelt sowohl die Leistungsfähigkeit der ausbildenden Betriebe in den einzelnen Handwerksbranchen wider als auch die während der Ausbildung erst Schritt für Schritt steigenden Einsatzmöglichkeiten der Auszubildenden“.

Charakteristisch sind zudem die regionalen wie auch branchenbezogenen Unterschiede bei den Auszubildenden-Entgelten. Je nach Region und Branche können die Ausbildungsvergütungen deutlich variieren. Es würde dieser Vielfalt und den regionalen wie branchenüblichen Besonderheiten in keiner Weise gerecht, wenn für Ausbildungsvergütungen eine generelle starre Untergrenze festgesetzt würde.

Angesichts der gerade in Kraft getretenen Ausweitung der Lkw-Maut für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen auf allen Bundesstraßen warnte Carsten  Bleckwenn davor, die vor einigen Jahren vom Umweltbundesamt empfohlene Ausweitung auf alle Straßen sowie auf alle Lkw ab 3,5 statt 7,5 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts aufzugreifen. Hiervon wäre der regionale Ziel- und Quellverkehr des Handwerks massiv betroffen.

Geschäftsführer Hartmut Günnemann warb dafür, dass die Landespolitik alles unternehmen solle, um den handwerklichen Auszubildenden einen wohnort- und betriebsnahe Berufsschulbesuch zu ermöglichen. Lange und kostenaufwendige Wege zu entfernt gelegenen Berufsschulen können bei der Berufswahlentscheidung mit ausschlaggebend sein. Angesichts der ohnehin immer schwieriger werdenden Situation Auszubildende zu finden, wäre eine Verschlechterung in der Erreichbarkeit einer Fach-Berufsschule kontraproduktiv.

Vor dem Hintergrund des außergewöhnlich heißen und langen Sommers hat das Handwerk Gedanken nach Haut-Pflichtvorsorgeuntersuchungen aus dem Sozialministerium aufgenommen. Hartmut Günnemann in diesem Zusammenhang: „Das zu intensive Sonnenstrahlung schädlich ist, ist unbestritten. Dass es einen vernünftiger Arbeitsschutz geben muss, steht ebenso außer Frage.

Unsere Betriebe sind auch sehr dafür, die Mitarbeiter aufzuklären. Hier gibt es sicher auch  noch Optimierungspotential. Aber eine Pflichtvorsorge zur heutigen Zeit ist aus unserer Sicht aus mehreren Gründen unrealistisch. Zum einen gibt es gar nicht so viele Hautärzte. Ferner müssten bei den Berufsgenossenschaften erst noch fahrbare Einheiten entwickelt und vorgehalten werden.

Günnemann wies zu diesem Thema auch noch auf eine arbeitsrechtliche Problematik hin. Dabei steht vor allem die Frage, was passiert, wenn sich ein Arbeitnehmer bzw. eine Arbeitnehmerin weigert diese Pflichtvorsorge-untersuchung machen zu lassen bzw. zu einem angesetzten Termin nicht hingeht? Muss der Arbeitgeber dann ein Arbeitsverbot aussprechen? Wer bezahlt das? Kann den Arbeitnehmern klargemacht werden,  dass man unter Umständen durch ein solches Verhalten seinen Arbeitsplatz gefährdet?

Astrid Grotelüschen und Karlheinz Bley sagten zu, die gegebenen Hinweise und Anregungen in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen.

Mechthild Morris neue Obermeisterin der Friseur-Innung

Manfred Seidl kandidierte aus Altersgründen nicht erneut

vom 19.04.2018

Die Delmenhorster Friseurmeisterin Mechthild Morris ist am Donnerstagabend im Haus des Handwerks zur neuen Obermeisterin der Friseur-Innung Delmenhorst/Oldenburg-Land gewählt worden.

Sie tritt damit die Nachfolge von Manfred Seidl an, der aus Altersgründen nicht erneut kandidierte. Die neue Obermeisterin brachte zum Ausdruck, dass das Friseurhandwerk und das Schönheitsgewerbe viel Platz für Ideen und Konzepte für die eigene Selbständigkeit bieten. Dies gelte es auch zukünftig stark nach außen zu vertreten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren und sind das entscheidende Entwicklungspotenzial des Schönheitsgewerbes, da trotz neuer Technologien die extreme Kundennähe berufsbedingt stets erhalten blieb.

Vertrauen und Treue sind neben handwerklichem Können und kommunikativer Fähigkeiten die von der Kundschaft höchst geschätzten Werte, daher gelte es auch in der Aus- und Weiterbildung nicht nachzulassen.

Stetig zunehmende Gewinne im Friseursalon sind in den letzten Jahren eine eher seltene Erscheinung geworden. Der Friseurmarkt als Ganzes leidet unter einem anhaltenden Konsumverzicht.

Die Branchenentwicklung zeigt zwar immer wieder leichte Tendenzen der Stabilisierung, von einer echten Erholung oder gar einer Wende kann jedoch nicht die Rede sein. Echten Erfolg haben nur noch Unternehmer mit griffigen Management-Konzepten und solider Finanzplanung.

Der übrige Vorstand wurde in seinen jeweiligen Ämtern einstimmig bestätigt.

Wiedergewählt wurden:

Friseurmeister Martin Decker, Delmenhorst, als stellvertretender Obermeister und Lehrlingswart

Friseurmeisterin Ramona Langer aus Delmenhorst als Fachleiterin-Kosmetik

Friseurmeisterin Melanie Jodar aus Ganderkesee als Fachleiterin-Damenmode und Schriftführerin.

Manfred Seidl der gesundheitsbedingt an der Jahreshauptversammlung nicht teilnehmen konnte soll im Rahmen der nächsten Zusammenkunft infolge seiner jahrzehntelangen Verdienste würdevoll verabschiedet und geehrt werden.

Carsten Bleckwenn folgt auf Hartmut Günnemann als Geschäftsführer

Kreishandwerkerschaft steht nach 35 Jahren vor einem Wechsel im Hauptamt

vom 19.04.2018

Presseinformation

Carsten Bleckwenn aus Achim wird Ende des Jahres neuer Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. Der 50-jährige tritt die Nachfolge des nach 35 Jahren in dieser Position in den Ruhestand gehenden bisherigen Geschäftsführers, Hartmut Günnemann an.

Bleckwenn wurde bereits am 19. März 2018 von den Vertretern der Kreishandwerkerschaft/Innungen mit absoluter Mehrheit aus dem Kreis von 3 zur Wahl stehenden Personen gewählt.

Erfahrungen in der Handwerksorganisation bringt Bleckwenn mit. Er ist seit 2013 operativer Mitarbeiter der Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft Bremen. Dort ist er derzeit für die Betreuung von diversen Innungen mit insgesamt 570 Mitgliedern verantwortlich.

Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann hat Bleckwenn erfolgreich ein Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen.

Damit das Handwerk die Herausforderungen der Zukunft meistern kann, möchte Bleckwenn an der bisherigen Arbeit festhalten und  mit den Partnern der Kreishandwerkerschaft den Mitgliedsbetrieben umfassende Informationen und Beratungsleistungen zu allen Fragestellungen, die den betrieblichen Ablauf betreffen zur Verfügung stellen.

„Ziel“ so Bleckwenn „ist es, Handwerksunternehmern möglichst kurzfristig, formlos und unbürokratisch Orientierungshilfen und Entscheidungshilfen zur Unternehmensführung zu geben.“

Der zukünftige Geschäftsführer weiter: „Die heutige Bedeutung des Handwerks in Wirtschaft und Gesellschaft wäre ohne die Handwerksorganisationen nicht erreicht worden. Sie bieten eine Fülle an Service- und Beratungsleistungen, wovon nicht nur Betriebe, Handwerker und Berufseinsteiger, sondern die gesamte mittelständische Wirtschaft profitieren.“

„Das Handwerk beschreitet derzeit den Weg in die Zukunft um sich für die nächste Generation angesichts immer individuellerer Kundenwünsche, komplexerer Produktions- und Prozesslösungen sowie veränderter Arbeitswelten in einer zunehmend digitalen und modernen Gesellschaft aufzustellen.“, das macht  meine neue Aufgabe sicher hochspannend so Carsten Bleckwenn.

Kreishandwerksmeisterin Britta Franke und Geschäftsführer Hartmut Günnemann formulierten am Rande des Pressegesprächs, das „die nächste Generation im Handwerk wirtschaftlich nur erfolgreich sein kann, wenn es eine entsprechende politische Flankierung und verlässliche Rahmenbedingungen gibt. Daher richteten die beiden noch einmal die klare Erwartung des Handwerks an die noch relativ neue Bundesregierung, bei all ihren Entscheidungen immer im Blick zu behalten, dass zu hohe Belastungen bei Steuern und Sozialabgaben die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe schwächen.

Carsten Bleckwenn wird seine Tätigkeit am 1. August 2018 aufnehmen und dann von Hartmut Günnemann in den verbleibenden Monaten bis zum Ende des Jahres in seine neue Tätigkeit eingearbeitet.

 

 

 

 

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